Sondermeldung 06.07.09: RTL-Bericht über Sabrina …
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
wir möchten und müssen uns für die Verzögerung hinsichtlich der nachfolgenden Stellungnahme entschuldigen, aber wir mussten das, was RTL aus dem abgelieferten Bericht gemacht und damit die Hauptintention der Berichterstattung konterkariert hat, zunächst verdauen. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen – aber lesen Sie selbst.
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Um es kurz und knapp auf den Punkt zu bringen – der Zusammenschnitt des Berichts, den die Produktionsgesellschaft CNC, Köln während des Besuchs der Angehörigen und der Übernahme Jasons angefertigt und bei RTL abgeliefert hatte, war nach der Endbearbeitung durch die zuständige Redaktion aus unserer Sicht nichts anderes als eine „quotenbezogene Effekthascherei“, die Jason praktisch alleine in den Mittelpunkt stellte und in Sachen Berichterstattung über Sabrina genau dort ansetzte, wo die bereits umfänglich und zu Recht kritisierte Medienberichterstattung rund um die Festnahme und den Prozess Sabrinas geendet hatte.
Dies ist im besonderen Maße zu verurteilen, da die zuständige Redaktion von „Punkt 12“ dabei „feststehende Tatsachen“ vermeldete … etwa „Sabrina wurde beim Versuch des Drogenschmuggels festgenommen“, „in ihrem Koffer wurden 5 kg Heroin gefunden“ oder „sie muss noch sechs Jahre in türkischer Haft absitzen“ …, die einerseits in sich selbst höchst fragwürdig sind (wie von uns dargelegt und in Kürze noch einmal zusammenfassend und aktualisiert veröffentlicht werden wird!) und zudem den Sachverhalt in unverantwortlicher Weise ignorieren, dass es sich bis zur Entscheidung über den Revisionsantrag immer noch um ein schwebendes Verfahren handelt.
Zuguterletzt muss auch noch klar hervorgehoben werden, dass die Absprachen hinsichtlich des Berichts klipp und klar darauf hinaus liefen, dass der Fall insgesamt erneut beleuchtet und wahrheitsgemäß (sprich: anhand der nachvollziehbaren Fakten und Sachverhalte) aufbereitet werden sollte. Die dramatische Entwicklung und Sabrinas schwere, aber richtige Entscheidung, Jason zu seinem Besten aus der Haft in die Obhut der Familie ihres Vaters zu übergeben, hätten dabei bestenfalls als aktueller Teilaspekt und nicht, wie nachweislich geschehen, als quasi alleiniger Aufmacher verwendet werden dürfen.
Von uns gelieferte und durch den türkischen Anwalt verifizierte Fakten, die durch dessen Aktenanalyse an den Tag gebracht worden waren … bspw. dass in den Prozessakten keine eindeutigen Beweise für Sabrinas Mittäter- oder Mitwisserschaft zu finden sind, sondern nur „widersprüchliche Aussagen“ ihrerseits und von Seiten des (nachvollziehbar unter Druck gesetzten) Hauptangeklagten ~ dass ein unmittelbar nach der Verhaftung durchgeführter Drogentest negativ ausgefallen ist und auch die Möglichkeit einer „suchtbedingten Tatbeteiligung“ ausgeschlossen hat ~ und dass auch die vom Gericht immer wieder aufgeführten „Ergebnisse einer lückenlosen Überwachung durch als Hotelpersonal getarnte Ermittler“ durch keinerlei Aufzeichnungen in der Prozessakte bestätigt werden ~ und diverse Ungereimtheiten mehr … sind nicht im Geringsten in den Bericht eingeflossen, obwohl die zuständige Reporterin von CNC uns versichert hat, dass diese von ihr im Bericht angesprochen worden seien.
Zwischenfazit: Wir werden diese Verzerrung der Darstellung nicht widerspruchslos hinnehmen, können exakte Schritte aber erst ins Auge fassen und in eine angemessene Vorgehensweise umsetzen, wenn eine abschließende Abklärung der Angelegenheit, die uns die verantwortliche Journalistin bereits zugesagt hat, stattgefunden hat und wir auch Gelegenheit hatten, uns als Bevollmächtigte Sabrinas und der Angehörigen direkt mit dem oder der zuständigen Redakteur/in von „Punkt 12“ in Kontakt zu setzen. – Selbstverständlich wird dies so umgehend wie möglich angegangen werden … die Ergebnisse werden in einer der kommenden Aktualisierungen bekanntgegeben.
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Unmittelbar nach Ausstrahlung des Berichts hat sich die verantwortliche Journalistin von CNC Köln, die den Besuch in der Türkei und die Übernahme Jasons direkt begleitet hatte, mit den Angehörigen und uns in Verbindung gesetzt. Sie versicherte uns, dass der von ihr gelieferte Bericht von der letztendlich ausgestrahlten Fassung deutlich abgewichen sei – und sie versprach nochmals mit ihrem Chef zu sprechen, um gegebenenfalls kurzfristig einen weiteren, dann die von uns bemängelten Unterlassungen in Bezug auf die Darstellung des Gesamtfalls korrigierenden Folgebericht nachzuschieben. Die Einschränkung, dass sie dafür, dass ihrem Wunsch auch entsprochen werden würde, natürlich keine Gewähr übernehmen könne, wurde von unserer Seite anerkannt. Darüber hinaus wurde jedoch deutlich gemacht, dass eine Zustimmung zur Fortsetzung der Berichterstattung ausschließlich unter der Bedingung erfolgen könne und werde, dass ein besserer Austausch stattfindet und Berichte vor der Ausstrahlung den Angehörigen und uns als deren insbesondere für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen außergerichtlichen Interessenvertreter vorgelegt werden.
Die glaubhaft vorgebrachte Entschuldigung der Reporterin für das Endergebnis, das auch sie in Bezug auf die Darstellung Sabrinas verärgert hatte, sowie die erzielte Übereinkunft hinsichtlich einer engeren und besser organisierten Zusammenarbeit haben die Angehörigen und uns davon Abstand nehmen lassen, direkt eine Unterbindung der Fortführung der Berichterstattung auszusprechen. Wir werden nun abwarten, was in der Sache selbst nachkommt und darüber hinaus die Öffentlichkeitsarbeit nachdrücklich an die Verpflichtung knüpfen, Sabrina als die vorrangig zu beachtende Hauptfigur zu behandeln … nur dann werden wir (die Angehörigen und der Verein) erlauben, dass begleitend dazu auch die Geschichte Jasons weiter verfolgt und öffentlich darüber berichtet werden darf.
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Soweit unsere auf diese Sache beschränkte Sondermeldung. Wir werden dieses spezifische Detail weiter bearbeiten und ansonsten nun dazu übergehen, den Fall im Hinblick auf unsere individuelle Öffentlichkeitsarbeit und insbesondere auf die Kommunikation mit den offiziellen Stellen intensiver anzugehen – und Sie werden auf dieser Seite kontinuierlich und umfassend darüber informiert werden.
Mit freundlichen Grüßen
i. A.
Hans-D. Ziran
[...] letztendlich ausgestrahlte und ausschließlich auf Jason fokussierte Beitrag aus Sabrinas Sicht in hohem Maße kontraproduktiv zu bezeichnen war. Wir sehen uns deshalb dazu gezwungen, dies als weitere „schlechte Erfahrung“ [...]
Deutsch-türkischer Justizskandal – Update 5 - SaarBreaker
22. August 2009 um 07:01