Sabrina & Jason aktuell

Aktualitäten zum Fall Sabrina A.

Aktualisierung 30.06.09 – Zwischenstand Update 2

with one comment

Nachdem Jason nun in Deutschland ist … was wir nicht wirklich als einen umfassend zufriedenstellenden Erfolg empfinden können, da es eine im höchsten Grade notwendige und vorrangig von Sabrina getroffene Entscheidung repräsentiert … wird es nun darum gehen, den Zustand der Trennung von Mutter und Kind so schnell und unbürokratisch wie möglich zu überwinden. – Darauf wird in dieser Zwischenstandsmeldung einzugehen sein – aber unsere heutige Aktualisierung möchten wir jedoch mit einem kurzen Bericht über den Besuch der Angehörigen in der Türkei beginnen.

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Der Besuch und Jasons Heimkehr nach Deutschland

Es handelte sich um das erste Zusammentreffen der Familie mit Sabrina und Jason seit September des vergangenen Jahres. Entsprechend groß war die Aufregung und Vorfreude, auch wenn sie natürlich ein wenig von der Sorge wegen der bevorstehenden Übernahme Jasons und deren etwaige Auswirkung auf Sabrinas psychisch-emotionale Verfassung überschattet wurden. – Da sie diesen Prozess jedoch selbst angeschoben hat – aus Sorge um Jasons Gesundheit und seine durch das Gefängnisumfeld doch arg bedrohte Entwicklung – überwogen letztendlich die Freude und die Hoffnung, dass mit diesem Schritt auch eine Beschleunigung des Vorgangs bewirkt werden könnte, an dessen Ende Sabrinas Überstellung nach Deutschland und alle erst dann möglichen Schritte zu ihrer umfassenden Rehabilitierung stehen sollen.

23. Juni: Anreise und Vorbereitungen

  • 7:45 Uhr Abflug mit Turkish Airlines und pünktliche Landung in Istanbul um 12 Uhr (Ortszeit)
  • 13:30 Uhr Einchecken im Hotel
  • 15:15 Uhr Treffen mit der (noch) zuständigen Mitarbeiterin des Generalkonsulats in deren Büro … Dokumentenübergabe: Pass Jason, Geburtsurkunden Jason und Sabrina, Kopie von Sabrinas Pass, Schreiben, mit dem bestätigt wird, dass Sabrina Jason ihrem Vater übergibt (musste noch von ihr und der Gefängnisleitung unterschrieben werden), Schreiben für „Flughafen“ – zusätzlich zur Vermeidung von Komplikationen bei der Ausreise ausgestellt … Filmaufnahmen und ein Interview durch die mitgereiste Journalistin und ihr Team wurden zugelassen … Zwischenbemerkung: die vorab zugesicherte Unterstützung wurde seitens des Generalkonsulats umfassend realisiert, was man als positiven Aspekt verbuchen muss und sollte … allerdings gab es auch eine „undefinierbare“ Nebenerscheinung, die sich einerseits durch die „höchst aufmerksame“ Gegenwart eines offenbar übergeordneten (RA?) Konsulatsvertreter und andererseits in der (nicht eingehender begründeten) Ankündigung der momentan zuständigen Sachbearbeiterin manifestierte, dass sie den Fall im August wegen Versetzung abgeben würde. Wir werden da am Ball bleiben und die Entwicklung der konsularischen Betreuung aufmerksam verfolgen!
  • 17:15 Uhr Treffen beim neuen Anwalt, Herrn Siginak … Interview des Anwalts durch die Journalistin – wurde in türkisch abgewickelt, da der Anwalt Missverständnisse vermeiden wollte, die durch seine begrenzten Deutschkenntnisse hätten verursacht werden können … Auch das Treffen und Interview wurden aufgezeichnet … Im Anschluss daran konnte Frau M. noch einmal mit dem Anwalt sprechen, der ihr erklärte, was er der Journalistin mitgeteilt hatte und einige zusätzlichen Fragen ihrerseits beantwortete. Die wichtigsten Antworten: In den Gerichtsakten ist keine Erwähnung (Verifizierung) der Behauptung zu finden, dass die Polizei das Hotel „inkognito“ (in verschiedenen Verkleidungen als Hotelpersonal) überwacht hatte … kurz nach Sabrinas Verhaftung wurde ein Drogentest durchgeführt, der negativ ausfiel! … Er verwies auf die „unterschiedlichen Aussagen“, die sowohl Sabrina als auch der Hauptverdächtige Nihat E. einmal bei der Vernehmung durch die Polizei und dann vor Gericht gemacht hätten (Zwischenbemerkung: dieses Detail wird im neuen, komplett überarbeiteten und aktualisierten Falldossier behandelt und so weit möglich auch aufgelöst werden … Erscheinungstermin voraussichtlich 15.07.09) … abschließend wurde mit dem Anwalt noch besprochen, was man aktuell für Sabrina tun kann (wird am Ende dieses Artikels und ausführlicher in einer der nächsten Aktualisierungen thematisiert) und die letzten Details hinsichtlich des Besuchs und der Übernahme von Jason durchgesprochen … Zwischenbemerkung: der Anwalt war zwar nach wie vor bereit, die anstehenden Gerichtstermine zugunsten einer Teilnahme am Gefängnisbesuch abzusagen, dies wurde nach ausgiebigem Austausch mit den Angehörigen und aufgrund der vom Generalkonsulat beigesteuerten Unterlagen sowie vorab getätigten Rückfragen des Anwalts bei der Gefängnisleitung und der zuständigen Staatsanwaltschaft als nicht zwingend erforderlich angesehen, da keinerlei Komplikationen erwartet wurden.
  • 19:15 Uhr Ausklang im geselligen Beisammensein mit Anwalt und Journalisten … 20:30 Uhr Rückkehr ins Hotel und Beginn der Vorbereitungen auf den wichtigen nächsten Tag.

24. Juni: Besuchstag und Erreichen eines ersten Etappenziels

  • 8 Uhr Frühstück und 9 Uhr Abfahrt vom Hotel in Richtung Bilecik
  • ca. 13:30 Uhr Ankunft beim Gefängnis … Check verlief problemlos (präziser: auf alle besonderen Kontrollmaßnahmen wurde seitens des Gefängnispersonals verzichtet) … Gespräch mit der zuständigen Sozialpädagogin … Gespräch mit dem Gefängnisdirektor, der anschließend von der Journalistin interviewt wurde … schließlich wurde Jason allein ins Zimmer gebracht … trotz der langen Zeit seit dem letzten Zusammentreffen mit den Angehörigen (damals war Jason gerade knapp sieben Monate alt) legte er seine Scheu sehr schnell ab und es kam zu herzlichen Kontakten … Randbemerkung: unzweifelhaft (auch aus Sicht der anwesenden Fachkräfte) ein positives Indiz dafür, dass genügend „Bindungspotential“ vorhanden ist, um eine vorübergehende Betreuung und Versorgung durch die Angehörigen nicht als kritisches Moment einstufen zu müssen, die einer späteren Rückführung in die Obhut Sabrinas gefährden könnte.
  • 15:15 Uhr Treffen mit Sabrina (Jason war dabei anwesend) … das Gespräch bei Kaffee und Kuchen verlief harmonisch, auch wenn Sabrina deutlich anzumerken war, dass sie sehr angespannt war … das Treffen und Gespräch fand in Anwesenheit einer Sozialpädagogin in einem separaten Besuchsbereich statt … Sabrina unterschrieb alle Unterlagen, die für die Übergabe Jasons und dessen Ausreise mit den Angehörigen erforderlich waren.
  • 16:45 Uhr Ende der Besuchszeit (man hätte auch eine längere Besuchszeit eingeräumt, aber wegen dem anstehenden Schichtwechsel des Wachpersonals musste zu diesem Zeitpunkt abgebrochen werden) … Sabrina holte Jasons Sachen und übergab sie den Angehörigen … Trauriger Moment: Herzlicher Abschied Sabrinas von den Angehörigen und Jason, wobei man unterstellen muss, dass letzteres Sabrina extrem schwer gefallen ist (Zwischenbemerkung: hier liegt auch ein Schwerpunkt der kommenden Unterstützung, bis sie nach Deutschland überstellt und wieder mit ihrem Sohn vereint werden kann!) … Schließlich verließ Sabrina den Besuchsbereich mit den Wärterinnen und die Angehörigen konnten das Gefängnis ohne Komplikationen (in die Freiheit für Jason) verlassen.
  • 18 Uhr … auf der Rückfahrt ins Hotel nach Istanbul wurde kurz angehalten und ein Interview aufgezeichnet, in dem die Angehörigen ihre Gefühle schildern sollten.
  • ca. 22 Uhr Ankunft im Hotel … hier werden um 22:30 Uhr noch einmal Filmaufnahmen davon angefertigt, wie Jason fürs Bett fertig gemacht wurde.
  • Mitternacht … Erst scheint Jason zu aufgedreht zu sein und mag nicht schlafen, aber dann schläft er doch ein und „schlummert still und lieb vor sich hin“ (O-Ton der Angehörigen, die bei seinem Anblick einerseits ihr Glück gar nicht so recht fassen können, andererseits aber in Gedanken bei Sabrina sind – die Kehrseite der Medaille namens „Freiheit für Jason“).

25. Juni: Tag der Ab- und Heimreise

  • 9:00 Uhr Frühstücken – da Jason noch schläft, gehen Ulla und Siegbert M. getrennt frühstücken
  • 9:30 Uhr erst wollte Jason nicht einschlafen, jetzt muss er geweckt werden, damit man ihn baden und für die Abreise fertig machen kann
  • 10:00 Uhr Fernsehaufnahmen und Interview
  • 11:00 Uhr noch einmal Filmaufnahmen vor dem Hotel, dann Abfahrt in Richtung Flughafen
  • 12:15 Uhr Ankunft Flughafen und 12:45 Uhr Einchecken … beim Zoll gab es keinerlei Probleme, da alle notwendigen Papier vollständig vorlagen
  • 14:30 Uhr Abflug mit Verspätung (planmäßiger Start war für 14:05 Uhr angesetzt) … Jason war während des Fluges sehr lieb und ruhig, schlief dabei auch ein und versetzte die Angehörigen dabei in eine bittersüße, glückselige Faszination, die aber erst dann zum vollendeten Glück werden kann und wird, wenn auch Sabrina die ihr zustehende Freiheit (oder vorerst wenigstens die Auslieferung nach Deutschland!) erlangt hat.
  • 16:45 Uhr (Ortszeit) Landung in Düsseldorf … keine ernsthaften Probleme bei der Einreise – ein Zollbeamter, der kurzzeitig stutzte, konnte durch die Vorlage der Papiere problemlos davon überzeugt werden, dass alles seine Richtigkeit hatte … einziger Wermutstropfen war das elendig lange Warten auf die Koffer.
  • 17:30 Uhr Filmaufnahmen am Düsseldorfer Flughafen und 18:00 Uhr Antritt der Heimfahrt mit Jason in sein neues Zuhause (wenigstens bis zur Wiedervereinigung mit seiner Mutter)
  • Abschluss: Jasons „Heimkehr“ verlief völlig problemlos, wie wir beim Telefonat mit den Angehörigen anhand seines „fröhlichen Treibens“ im Hintergrund miterleben durften!

Noch nicht geprüfte und deshalb undurchsichtige Besonderheit am Rande: Um 20:00 Uhr, kurz nach der Ankunft Zuhause erhielten die Angehörigen einen Anruf vom Lebensgefährten Sabrinas (leiblichen Vater Jasons), über dessen sehr nebulösen Inhalt wir derzeit noch nichts sagen können – außer, dass wir nach Information durch die Angehörigen beschlossen haben, in dieser Hinsicht eingehende Recherchen anzustellen. – Ein für den nächsten Tag angekündigter Anruf von Herrn H. erfolgte nicht, was uns zu der Annahme nötigt, dass eventuell „sehr persönliche Gründe“ für seinen telefonisch-verbalen Auftritt vorgelegen haben könnten (müssen?). – Sobald wir in dieser Angelegenheit Klarheit gewonnen und verlässliche Informationen erhalten haben, werden wir eine separate Aktualisierung nachreichen.

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Allgemeine und spezielle Begleitinformationen

Vorbereitungen und Absicherung der vorübergehenden Betreuung Jasons durch die Familie von Sabrinas Vater (Jasons Großvater)

Schon im Vorfeld des Besuchs und ohne endgültige Gewissheit, ob die Übergabe nun tatsächlich stattfinden würde, haben die Angehörigen weitestgehend alle Schritte eingeleitet, um Jason nicht nur ein liebevolles und Geborgenheit vermittelndes Zuhause zu schaffen, sondern auch eine „komplikationsfreie“ Betreuung sicherzustellen.

Dazu gehörte neben der Anschaffung eines Kinderbettchens und anderer Kinderausstattung auch die Anfrage von Frau M. bei ihrem Arbeitgeber, ob sie für die Zeit der vertretungsweise wahrgenommenen Betreuung Jasons Elternzeit beantragen könne. – Da eine solche Vereinbarung getroffen werden konnte, ist die wichtigste Voraussetzung dafür gegeben, die von Sabrina unterschriebene und uns vorliegende Verfügung ggf. auch gegen eine anders lautende Ansicht des zuständigen Jugendamtes und Vormundschaftsgerichts zu vertreten. Die Verfügung unterstreicht Sabrinas ausdrücklichen Willen in zwei wesentlichen Punkten: a) dass sie Jason nur an die Familie ihres leiblichen Vaters zu übergeben bereit ist (was ihr gutes Recht als alleinige Inhaberin des uneingeschränkten Sorgerechts ist!) und b) dass sie eine Herausgabe Jasons an ihren Noch-Ehemann (der nachweislich und per Eintrag des tatsächlichen Vaters in der Geburtsurkunde Jasons auch amtlich nicht dessen leiblicher Vater ist / sein kann) generell ablehnt und dies unter anderem auch damit begründet, dass seine Verwicklung in „ihren Fall“ und die daraus resultierende Verurteilung als unstrittig feststehend anzusehen ist!

Auch im Hinblick auf die vorübergehende Krankenversicherung Jasons über seinen Großvater wurden alle erforderlichen Schritte in die Wege geleitet; eine endgültige Klärung und Absicherung steht noch aus, da von Seiten der betreffenden Versicherung (jetzt erst) noch weitere Unterlagen angefordert wurden. Da diese jedoch vorliegen und auch umgehend nachgereicht wurden, sollte auch diese wichtige Grundvoraussetzung in Kürze erfüllt sein. – Notfalls werden wir unter Vorlage der von beiden beteiligten Seiten ausgestellten Vollmachten persönlich vorstellig werden, um die Angelegenheit im Sinne einer dringend erforderlichen und umfassenden Gesundheitsversorgung Jasons etwas zu beschleunigen.

In Bezug auf die zwischenzeitlich gemeldete Anfrage der zuständigen Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises (siehe die letzten beiden Aktualisierungen) können wir momentan abschließenden Vollzug melden. Dabei ging es zunächst (ausgehend vom Ausländerrecht) um die Feststellung des Aufenthaltes des Noch-Ehemannes Sabrinas und um die Frage, ob sie beabsichtige, die Ehe nach ihrer Entlassung wieder aufzunehmen und fortzusetzen. – Diese und weitere zum gleichen Themenkomplex gehörige Fragen hatten wir in Sabrinas Auftrag und Namen schriftlich beantwortet und für den Fall weiterer Fragen darum ersucht, direkt den Weg über den Verein zu wählen. – Daraufhin erfolgte am 25.06.09 eine nochmalige Rückfrage der Kreisverwaltung, in der es nun schwerpunktmäßig um die Sorgerechtsfrage ging.

Unser Rechtsbeistand (und Vereinsmitglied), Herr Peter Schmidt, nahm umgehend telefonisch Kontakt mit der zuständigen Sachbearbeiterin auf, die jedoch wegen der Teilnahme an einer Besprechung nicht abkömmlich war – mit der Vertretung wurde der Sachverhalt erörtert – vor allem die fälschliche Annahme der Behörde, dass Sabrina und ihr Noch-Ehemann gemeinsam das Sorgerecht für Jason besitzen würden (dem ist nicht so, da der leibliche Vater das Kind anerkannt hat und in der Geburtsurkunde eingetragen wurde!), woraus – ebenso irrtümlich – die Frage abgeleitet wurde, ob eine „Sorgerechtsvereinbarung“ bestünde, respektive aufgrund welcher Regelung das Kind den Großeltern übergeben werden solle.

Nach nochmaliger telefonischer Rücksprache unseres Herrn Schmidts mit der direkt zuständigen Mitarbeiterin der Kreisverwaltung konnten all diese Fragen und Sachverhalte umfassend abgeklärt werden, so dass wir davon ausgehen, dass Jasons vorübergehenden Betreuung durch die Familie des Großvaters nun auch von dieser Seite aus keine Einwände oder Bedenken mehr entgegenstehen sollten.

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Blick in die Zukunft

Nächste Schritte und notwendige Unterstützung

Jason

Die vorrangige Zielsetzung – nach der problemlos verlaufenen Integration in seinem neuen Umfeld – muss darin bestehen, eine eingehende Feststellung seines aktuellen Gesundheitszustands vornehmen zu lassen. Nach den wenigen Informationen, die wir von den offiziellen Stellen darüber erhalten haben und die teilweise doch im argen Widerspruch zu den Aussagen stehen, die Sabrina im Vorfeld der Übergabe ihres Sohnes an die Angehörigen tätigte, muss davon ausgegangen werden, dass sowohl die medizinische Betreuung als auch die Ernährung des Jungen in beiden Haftanstalten wenigstens als „nicht optimal“ eingeschätzt werden muss. Um die Möglichkeit „übersehener“ gesundheitlicher Probleme und deren etwaige Auswirkung auf die weitere Entwicklung des Jungen ausschließen zu können, wird Jason unmittelbar nach Eingang der Bestätigung seiner Aufnahme in der Krankenversicherung des Großvaters zum Zwecke der eingehenden Untersuchung einem qualifizierten Facharzt vorgestellt werden. – Mehr dazu, sobald diese medizinische Abklärung realisiert werden konnte.

Sabrina

Grundsätzlich und direkt:

Wie in der vorausgegangenen Darstellung mehrfach betont, verstehen wir sehr wohl, dass die neue Situation – auch wenn sie auf Sabrinas Initiative zurückzuführen ist – für sie eine enorme Zusatzbelastung bedeuten muss. So weit es in unseren Kräften steht, möchten wir diese Belastung grundlegend auf ein halbwegs erträgliches Maß reduzieren. Hierbei spielt einerseits natürlich der Anwalt eine wichtige Rolle, der Sabrina nicht nur in allen juristischen Belangen zur Seite stehen muss … aber wir möchten auch versuchen, weitere Personen, genauer: wenigstens eine, möglichst weibliche Person zu finden und zu gewinnen, die Sabrina als Vertraute zur Verfügung stehen kann und möchte.

Einerseits hoffen wir in diesem Zusammenhang auf die Unterstützung eines neuen Kontaktes – einer Frau mit Erfahrung mit dem Themenkomplex Türkei – Rechtsverständnis – Schwangerschaft – Geburt – und „Ausreiseschwierigkeiten“, die auf familiärer Seite sehr gute Kontakte in die Türkei besitzt. Auf der anderen Seite müssten wir dann, wenn sich eine geeignete Person finden ließe, auch dafür Sorge tragen, dass dieser Person ein Besuchsrecht zugebilligt wird. – Sobald sich die praktische Möglichkeit andeutet, werden wir diesbezüglich beim Auswärtigen Amt und beim Generalkonsulat Istanbul entsprechend vorstellig werden und parallel dazu über unseren Anwalt versuchen, auch bei den zuständigen türkischen Regierungsstellen um ein menschliches Entgegenkommen zu werben, welches Sabrina dringend benötigt.

Detailliert und speziell:

Nach Rücksprache mit dem türkischen Anwalt werden wir bezüglich der neuen Konstellation und aller damit verbundenen kritischen Eventualitäten verstärkt mit den zuständigen Stellen auf deutscher Seite kommunizieren. Hierbei möchten wir ein kooperatives Übereinkommen erzielen, werden notfalls – wenn dieses Ansinnen nicht auf entsprechendes Interesse dieser Stellen trifft – aber auch den Weg der Erzeugung von öffentlichem Druck nicht scheuen.

Des Weiteren werden wir selbst – auf konkrete, höflich-verbindliche und persönliche Art und Weise – mit einem auf die benannten Faktoren eingehenden Schreiben mit der türkischen Generalvertretung in Deutschland Kontakt aufnehmen. Wir arbeiten gerade an einem Schreiben, mit dem wir diesen Kontakt herstellen und darum bitten möchten, es ins Türkische zu übersetzen und an die zuständigen Regierungsstellen in der Türkei weiterzuleiten. Sobald dieser Bitte stattgegeben wurde, werden wir die Angelegenheit unserem Anwalt übergeben, um zeitliche Verzögerungen zu vermeiden, die durch das andernfalls unumgängliche Hin- und Her- Übersetzen der Schreiben auftreten würde.

Hauptansatzpunkt unseres Herantretens an die türkische Seite wird eine Beschleunigung der Entscheidung über den Revisionsantrag sein, wobei wir die notwendig gewordene Trennung von Mutter und Kind einschließlich aller psychisch-emotionalen und rein menschlichen Begleiterscheinungen derselben in den Mittelpunkt stellen und eine dieser Tatsache entsprechende Behandlung des Antrags erbitten möchten. Das Ziel ist selbstverständlich vorrangig eine zügige Auslieferung Sabrinas nach Deutschland, aber gleichzeitig muss die Strafsache in der Türkei auch rechtsverbindlich abgeschlossen sein – ggf. (von uns sogar bevorzugt!) mittels Zurückweisung des Antrags!

Für diese – nachhaltig vom „Petitionsgedanken“ abweichenden – Vorgehensweise gibt es aus den umfassend benannten formaljuristischen, in entsprechenden internationalen Rechtsabkommen verankerten Gründen leider keine nutzbare und erfolgversprechende Alternative. Wir werden allerdings alles daransetzen, um eine für alle Beteiligten akzeptable, Sabrinas Hoffnung auf eine vollständige Rehabilitierung und einen davon abhängenden optimalen Neubeginn aber nicht zerstörende Lösung zu ermöglichen und dann auch zeitnah umzusetzen. – Das Schreiben werden wir bis Ende dieser oder Anfang kommender Woche auf den Weg bringen und ausnahmsweise separat (sozusagen als offenen Brief) veröffentlichen.

Hierfür, also für die erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens, wären wir jedoch sehr auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen … diese müsste in Form von „reellen“ Unterschriften erfolgen, die wir mit Hilfe von Unterschriftenlisten sammeln möchten, welche wir voraussichtlich Anfang der kommenden Woche zum Herunterladen bereitstellen werden. – Nach Bereitstellung werden wir noch einmal explizit darauf hinweisen.

Der wesentlichste Unterschied zur „Unterschrift per elektronischer Petition“, wie sie in Sabrinas Fall extern initiiert wurde, wird (und muss) darin bestehen, dass der vollständige Name des / der Unterzeichner/in in Klarschrift angegeben und durch eine handschriftliche Signatur bestätigt, sowie um eine Adressangabe (wenigstens Wohnort mit Postleitzahl) ergänzt werden muss. Nur auf diese Weise kann es gelingen, allen damit konfrontierten offiziellen Stellen im In- und Ausland zweifelsfrei zu belegen, dass all die unterschreibenden Menschen die Forderungen nach Menschlichkeit und einer fairen Behandlung Sabrinas gemäß der objektiv nachvollziehbaren Sachlage ohne Wenn und Aber unterstützen!

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Selbstverständlich werden wir auch das bereits begonnene und vorrangig auf Deutschland bezogene Engagement in der Sache weiter betreiben und auch zu verstärken versuchen – aber das hängt einerseits maßgeblich davon ab, wie erfolgreich wir Sabrina auf „innen- und außenpolitischer Ebene“ vertreten können, damit nach fast zweijährigem Stillstand in der Sache wieder erkennbare Bewegung in den Fall gebracht werden kann.

Andererseits warten wir noch auf eine Rückmeldung seitens der Journalistin und der TV-Produktionsgesellschaft. Mit dem Bericht, den diese dem deutschen TV-Publikum präsentieren will, soll nicht nur die bislang faktisch kaum vorhandene öffentliche Wahrnehmung geweckt, sondern auch ein weiter gespreiztes Medieninteresse initiiert werden. Nur mit den Medien als „freiwillige oder unfreiwillige“ Verbündete und einer interessierten Öffentlichkeit im Rücken können auch wir eine erfolgversprechende Öffentlichkeitsarbeit abliefern, die ohne Frage sehr zentral auf sachkompetente Politiker/innen aus allen im Bundestag vertretenen Parteien und damit auf ein „politisches Erwachen“ in der Angelegenheit ausgerichtet sein und bleiben wird.

Auch in diesem Zusammenhang werden wir vornehmlich mit dem Mittel des „offenen Briefes“ agieren, so dass sie sicher sein können, sowohl unsere Aktivitäten als auch die Entwicklung des Falles „hautnah“, aktuell und lückenlos mitzuerleben. Das einzige, was Sie selbst dafür tun müssten, wäre regelmäßig bei uns vorbeizuschauen … aber, das wollen wir weder verschweigen noch verhehlen, wir würden uns auch sehr über alle Arten von ernst gemeinter Unterstützung freuen!

Mit freundlichen Grüßen

i. A.

Hans-D. Ziran

Eine Antwort

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  1. Ein sehr interessanter Artikel. Sollten Sie noch weitere Informationen haben – wurde ich mich freuen

    Nachrichten

    8. Juli 2009 at 11:44


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